Doing Memory in der Praxis erleben

Ob Kinofilm oder Fernsehproduktion, Theaterstück, Webdokumentation, Sachbuch oder Roman, Initiative oder Bündnis: Doing Memory kann in der Praxis sehr vielfältig aussehen. Die aktive Auseinandersetzung mit rechter Gewalt zeigt sich vor allem in einem erheblichen Engagement von Künstler:innen und Aktivist:innen.

Erfahrungen

Die Teilnehmenden konnten sich beim Workshop über ihre praktischen Erfahrungen mit Projekten des Doing Memory austauschen.


Praktische Beispiele

Black Map of Athens
Rechte Gewalt in Athen wahrnehmen

The Black Map of Athens

„X sie raus! Eine schwarze Karte von Athen“ lautet das Motto dieser Website aus Griechenland, die auf einer Karte rassistisch motivierte Angriffe markiert. Ziel ist es, die für die Öffentlichkeit oft unsichtbare Kriminalität in diesem Bereich sichtbar zu machen, Aufmerksamkeit zu schaffen und eine Topografie rassistischer Gewalt anzufertigen.

Karte der Gewalt

Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle

Ähnlich wie The Black Map of Athens präsentiert auch dieses Projekt des Magazins Stern und der Antonio-Amadeu-Stiftung Mut gegen rechte Gewalt eine Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle. Dabei sind auf der Karte Brandanschläge auf (bewohnte/ geplante/ im Bau befindliche) Asylunterkünfte oder Wohnungen von Geflüchteten, Körperverletzungen und die Zahl der Verletzten, Kundgebungen und sonstige Angriffe verzeichnet. Besonders: Auch Verdachtsfälle rassistisch motivierter Vorfälle sind auf der Seite einsehbar.

Klyntdokumentation Doing Memory
Studierende informieren

Webdoku Doing Memory

Masterstudierende der Universität Tübingen haben sich in diesem Projekt auf vielfältige Weise mit Erinnerung an rechte Gewalt und Doing Memory beschäftigt. Beiträge setzen sich unter anderem mit Theateraufführungen zum NSU, Stimmen zu den NSU-Morden, Erinnerung im Film und Brandanschlägen in Mölln und Stuttgart auseinander.

Tribunal Spots
Aufmerksamkeit durch Film

Tribunal Spots

20 künstlerische Kurzfilme machen auf das Projekt NSU-Tribunal aufmerksam. Das Projekt fordert die lückenlose Aufklärung der NSU-Verbrechen und eine gesellschaftliche Anklage von Rassismus. In den Filmen wird besonders die Perspektive der Betroffenen sichtbar.

Aktivist:innen setzen sich ein

Initiative Keupstraße ist überall

Nach dem Nagelbomben-Anschlag des NSU in der Kölner Keupstraße 2004 fordert die Initiative immer noch die Realisation eines Mahnmals, setzt sich gesellschaftlich gegen Rassismus ein und unterstützt Betroffene.

Eine andere Perspektive

Hörstück Sonnenblumenhaus

Das Hörstück „Sonnenblumenhaus“ von Regisseur Dan Thy Nguyen arbeitet das rassistische Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992 ganz neu auf: aus Sicht der Betroffenen, die jahrzehntelang kaum gehört wurden. Trotzdem sehen sie sich nicht als passive Opfer von Mehrheitsgesellschaft, Politik, Kultur, Medien oder Verwaltung, sondern setzen völlig neue Bezugspunkte.